Suchmaschine? Google! - Eine böse Monopolgeschichte
Zwei eifrige Studenten namens Larry Page und Sergey Brin. Mit ihrer Idee, die Ergebnisreihenfolge einer Suchmaschinen besser von der Verlinkung (Backlinks) abhängig zu machen, als von der Anzahl der Vorkommen der Suchbegriffe auf der entsprechenden Seite, entwickelten sie eine eigene Suchmaschine. So gingen die jungen Männer 1998 an die Öffentlichkeit und landeteten einen wahren Volltreffer. Die Technik Googles hatte sich schon ausgezahlt, so dass der Index schon bei der Unternehmensgründung 25.000.000 Einträge umfasste.
Google brauchte nicht lange, um die Welt der Suchmaschinen zu dominieren, schon bald war der Konkurrent Altavista aus dem Rampenlicht gerückt. Die Erfolgsgeschichte nahm kein Ende und hat auch heute noch keines gefunden.
Mittlerweile bietet Google neben dem milliardenschweren Suchmaschinenindex noch viele weitere Angebote, man kann mit Google auch Nachrichten suchen, mit Google Earth die komplette Erde aus der Luft mit teilweise erstaunlicher Auflösung betrachten und seine Mails mit GMail verwalten. Es gibt noch viele weitere dieser Angebote und laufend kommen welche hinzu. Aber der Goldesel Googles ist die Werbungsbranche, in der das Unternehmen Dollar-Gewinne in Milliardenhöhe schöpft.
Laut der Webseite webhits.de besitzt Google in Deutschland einen gigantischen Marktanteil von 83-90 Prozent. Mit dem übernommen Videoportal YouTube lässt der Suchmaschinenanbieter sogar im Bereich Onlinevideos mit 58 Prozent Marktanteil Konkurenz keine Chancen und die Werbebranche boomt mit einem Marktanteil von 80 Prozent.
Genau diese Tatsachen zeugen davon, dass Google mittlerweile eine Monopolstellung in verschiedenen Bereichen des Internets eingenommen hat. Dies ist eine Tatsache, die nicht mit dem Prinzip einer halbwegs freien Marktwirtschaft vereinbar ist. Riesige Unternehmen wie Yahoo müssen in Googles Schatten herumlungern und kleine Unternehmen haben erst recht garkeine Chancen mit dem Suchmaschinenanbieter mitzuhalten. Die Suchmaschinenseite ist in etlichen Institutionen als Startseite eingestellt und Unternehmen jeglicher Art empfehlen das Angebot. Dies ist zwar rechtens, lässt aber keine Möglichkeiten für Wettbewerb offen. Nicht grundlos fordern erste Forscher das Zerschlagen des Unternehmens.
Die Monopolstellung Googles hat aber noch viel weiter Auswirkungen, die auch jeden Anwender des Webs betreffen: Der Datenschutz.
Das Unternehmen hat Zugang zu unvorstellbaren Informationen schützenswerter Natur, die das Thema Datenschutz zu einem wichtigen Faktor machen. Allerdings weigert sich Google beständig dagegen, interne Strukturen preiszugeben und konkret Aussagen über den praktizierten Datenschutz zu machen. Es wirft sich sehr schnell eine Frage auf: Weshalb drückt sich eine Firma, die unendlich viele sensible Daten verarbeitet vor Aussagen über den Datenschutz? Hat sie etwas zu verbergen?
Es wäre durchaus nachvollziehbar, dass die Firma Interesse an den privaten Daten macht. Leien, die dem Thema Datenschutz fremd sind, sehen oft nicht die Hintergründe, was einer Firma die IP-Adresse, die Suchanfragen und ähnliche Informationen bringen.
Zum einen sind Informationen Geld wert, der illegale Handel mit solchen Dingen boomt tatsächlich. Ein Unternehmen wie Google kann aber aus solchen Informationen weit aus mehr herausholen: Es ist technisch möglich, über jeden Benutzer der Google Services unmengen an Informationen zu einem Surfprofil zusammenzuschließen. Es ist - so erschreckend es auch klingen mag - nicht unrealitisch, dass Google in einigen Bereichen mehr über den Benutzer weiß, als der Benutzer es über sich selbst tut. Durch Surfprofile könnte Google beispielsweise für jeden Benutzer exakt die richtige Werbung anbieten: Jemand, der sich im Internet auf die Planungen stürzt, könnte schon schnell benutzerdefinierte Werbung für die Malediven finden - nicht nur auf den Seiten von Google, auch auf Seiten, die auf den ersten Blick nichts mit Googel zutun haben.
Die Möglichkeit, Informationen zu sammeln, beschränkt sich nicht nur bloß auf die Webseite Googles. Google betreibt noch viele weitere Angebote im Internet, die alle Informationen sammeln können. Eine sehr hohe Zahl der Werbeeinblendungen auf den verschiedensten Webseiten werden von Google gestellt. Auch dort hat Google gewisse Möglichkeiten, Informationen zu bekommen. Die Daten können zentral gespeichert werden. Die Zuordnung der Benutzer zu den richtigen Daten kann über Cookies, aber auch über die IP-Adresse geschehen, das ist keine unüberwindbare Hürde.
Die eindeutigste Möglichkeit, Informationen zu sammeln, besteht aber bei Angeboten, die eine Anmeldung erfordern. Ein Paradebeispiel ist Google Mail: Der Benutzer meldet sich an und Google weiß direkt, wer dort ist. Da es sich um ein Mailprogramm handelt, kennt Google auch wichtige private Daten. Über verschiedene Analysen ist es technisch sogar möglich, die Inhalte von E-Mails auszulesen und weiterzuverarbeiten.
Es gibt natürlich noch viel mehr solcher Szenarien.
Auch die offizielle Datenschutzerklärung auf der Webseite Googles gibt nur wenig Auskunft, deutet aber darauf hin, dass einige persönliche Daten erhoben werden.
Redakteur Jo Bager vom Computermagazin c't liefert schrieb in einem Artikel über Google:
Spinnt man den Gedanken eines Google weiter, das möglichst viele Daten sammelt, und nimmt an, der Suchmaschinenriese würde nicht nur seine Nutzer, sondern alle Surfer ausspionieren wollen, so ergäbe sich eine fast Orwell’sche Vision der totalen Überwachung. Das Erschreckende daran ist, dass auch hierfür viele technische Voraussetzungen bereits existieren.
Niemand weiß genau, wie viel Google von den Möglichkeiten nutzt. Es bleibt nur zu hoffen, dass das Unternehmen die Daten schützt und Firmeninterna aus anderen Gründen nicht herausgibt.
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